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Tagebuch von Joachim
Fahrradreise von Rostock nach Berlin
Vom 03. Juni bis 09. Juni 2004
Das Team:
Reiner, Christoph, Joachim, Michael, Peter
5. Tag - Montag, 07. Juni 2004
Von Wesenburg nach Menz (Rheinsberg)
Ich schlafe einigermaßen. Wie üblich Piept Michas Wecker um 7 Uhr und wie üblich turnt Micha munter aus dem Bett, zieht die Vorhänge auf und schaut nach dem Wetter. Es wird schön meint er. Er singt schon am Morgen seine alten Lieder. Wie macht er das bloß, das er sofort munter ist? Michas Gesang muntert mich auf und so brauche ich auch nicht lange, um wach zu werden.
Als wir uns um 8 Uhr treffen, um zum Bäcker zu gehen um dort zu frühstücken, sind alle Radler schon weg. Zwei treffen wir gerade noch beim Bäcker. Das Frühstück für 4,50 Euro ist dürftig, das Schlechteste bisher, der Kaffee ist aber gut, wenigsten etwas. Ich hätte gerne noch mal Kaffee, aber die Bedienung ist eine Transuse und lässt sich kaum sehen. Es ist Montag und wir stellen fest, dass in Wesenburg doch noch Menschen wohnen. Es ist richtig was los im Gegensatz zu gestern.
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Wir kaufen alle noch etwas, denn die Läden sind auf. Ich kaufe mir endlich eine Mütze, eine rote Basecap. Ich finde, ich sehe irgendwie ein bisschen dödlig aus, wie Rotkäppchen auf der Flucht, die Verkäuferin meint aber, ich sehe gut aus, gut ich glaub's! Ich bin auch immer noch heiser und so gehe ich in die Apotheke und trage mein Leiden vor. Die Apothekerin ist riesig nett, sie hört meine Stimme und nimmt sofort Anteil an meinem Leiden. Sie empfiehlt mir ein Mittel und erklärt es mir genau, es soll besser helfen als die Lutschpastillen die ich hatte. Endlich bekomme ich auch Sonnenöl und ein Deo, damit ich nicht immer Michas Sachen nehmen muss.
Da es heute nur eine kurze Fahrt wird, lassen wir uns Zeit und nudeln alle ein bisschen rum. Reiner und Micha mixen sich noch irgendwelchen Saft zusammen, Christoph holt sich noch Magnesiumtabletten, Peter kauft auch noch irgendwas. Endlich fahren wir los. Die Strecke wird schwerer als erwartet. Wir fahren fast nur durch den Wald. Der Wald ist schön, aber der Weg besteht nur aus Wurzeln, Ästen und Sand. Es ist ein sch... Weg! Wir kommen nicht so schnell voran, wie wir dachten.
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Als wir durch einen Ort fahren, ruft uns Reiner der als Letzter fährt zurück. Er hat ein Hinweisschild entdeckt, welches nach rechts zeigt, wir haben es alle übersehen. Dank Reiner verfahren wir uns nicht. Das Schild ist aber auch dämlich angebracht, finden wir. Jetzt fahren Micha und Christoph voraus, dann kommen Reiner und ich, zuletzt Peter. Peter hat nochmal auf die Karte geschaut. Christoph ruft plötzlich: "Runterschalten!" Jetzt sehen wir die Steigung, sie hat mindestens 30%, etwa 300Meter lang.
Unten steht ein Radler und amüsiert sich über Christophs Hinweis und meint: "Soweit könnt ihr gar nicht runterschalten, ihr müsst schieben. Micha und Christoph lassen sich nicht beeindrucken und sie schaffen es hoch. Reiner und ich versuchen es auch, aber wir verhungern auf halber Strecke und bremsen auch noch Peter aus, der es vielleicht geschafft hätte. Wir schieben.
Endlich sind wir in Menz, wir sind etwas enttäuscht, es ist das letzte Kaff. Eine richtige Touristikinformation gibt es nicht. Nach einigem Suchen finden wir so eine Art Heimatverein, die aber nicht an Unterkunftsvermittlung interessiert ist. Die zwei Frauen die diesen Heimatverein vertreten erklären Peter und Micha, das sie ein gemeinnütziger Verein wären und keine Touristikinformation. Sie erklären, es gäbe nur eine Pension und ein Feriendorf.
Darum müssten wir uns aber selbst kümmern. Sie erlauben Micha, gegen eine Spende für den Verein, zu telefonieren. Die Pension ist ausgebucht und das Feriendorf hätte noch einen Bungalow frei, pro Person 15 Euro und 3 Euro für Bettzeug. Wir fahren zu dem Feriendorf. Wie sich herausstellt ist es ein altes Ferienlager aus jüngster Vergangenheit. Peter ist sofort dagegen, 18 Euro für so'ne Papphütte ist einfach eine Frechheit meint er. Als wir am Eingang ankommen sitzen ein Mann und eine Frau davor, machen aber keine Anstalten uns zu empfangen, obwohl Micha uns telefonisch angekündigt hat.
Wir drehen ab. Do leck's mia! Wir machen Pause und Lagebesprechung. Peter schlägt vor, nach Rheinsberg zu fahren, selbst wenn es teurer wird. Wir sind alle einverstanden, also auf nach Rheinsberg. Der Weg dorthin ist ein Radweg und läuft parallel zur Straße, die letzten Kilometer des Radweges sind kaputt und wir müssen auf der Autostraße fahren. Nicht schlimm, es ist wenig Verkehr. Hier gibt es wieder eine Touristikinformation, na klar, hier in Rheinsberg!
Wir werden an die Pension "Zu den vier Jahreszeiten" vermittelt, wieder ein Doppelzimmer und ein Dreibettzimmer. Es ist auch nicht teurer, so wir dachten, sondern ganz solide, 20 Euro für das Dreier und 25 Euro für das Doppel pro Person. Die Wirtin erwartet uns schon, denn wir wurden telefonisch angemeldet. Sie zeigt uns die Zimmer und erklärt uns in einer Minute alles, wofür andere Menschen fünf Minuten brauchen. Sie spricht unwahrscheinlich schnell.
Die Zimmer sind prima. Micha und ich bekommen noch ein paar zusätzliche Kissen, wunderbar. Im Hof ist ein ehemaliger alter Stall, dort können wir unsere Fahrräder unterstellen. Wir sind alle sehr zufrieden und freuen uns über unseren Entschluss nicht in Menz geblieben zu sein. Reiner gibt die Tageskilometer an, es sind 58 km geworden, anstelle von 34 km, aber es hat sich gelohnt. Wir duschen, ziehen uns um und sehen uns das Städtchen Rheinsberg an.
Als erstes kaufen wir uns ein Eis an einem Eisstand. Es ist kein übliches Eis, sondern es gibt vier Grundeissorten und dann kann man auswählen was in dem Eis drin sein soll. Das ist ulkig, aber eine gute Idee, das kannte ich noch nicht. Die nette Frau erklärt uns, ganz überzeugt von ihrem Eis, was man alles in das Eis mischen kann. Sie dreht das gehackt oder fein gemahlen irgendwie hinein. Sie hat, Nüsse, Bananen, Annanas, Honig und noch tausend Sachen, sogar Knoblauch und Oliven. Na ja, Eis mit Knoblauch? Sie meint, das schmeckt gar nicht schlecht, aber ich nehme dann doch lieber Nüsse und Rosinen. Eisleckend spazieren wir durch Rheinsberg.
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Rheinsberg ist bekannt durch das Schloss von Kronprinz Friedrich II. Wir besichtigen das Schloss nur von außen, denn drinnen soll es nicht so interessant sein. Es ist schon schön restauriert und man ist immer noch dabei. Wir laufen am See vom Schloss entlang und durch den schönen Schlosspark. Das Wetter spielt mit und es ist sehr erholsam.
Am ende unseres Spazierganges setzen wir uns in den Vorgarten des Restaurants "Alter Fritz". Das Essen ist gut. Reiner hat ordentlichen Hunger und es schmeckt ihm so gut, das er die halbe Speisekarte durch probiert.
Gut gesättigt wandern wir weiter durch die Stadt, die uns gut gefällt. Peter und Christoph wollen unbedingt noch mal an dem lustigen Eisstand und noch ein Eis essen. Er hat noch offen und sie bekommen noch ihr Eis. Wir trinken noch ein Bier diesmal im Vorgarten des Restaurants "Junger Fritz". Hier gibt es ein Bier mit dem Namen "Kronprinzen - Pils". Es schmeckt sehr gut und riecht nach Rosen und frischem Gras, sehr gut!
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